
Dörferolympiade


Die Perle an der Saale



Seit kurzem befindet sich auf dem Platz der Jugend ein Bücherregal mit Bücher von Brachwitzern für Brachwitzer. Kommt und tauscht Bücher.

Am 21.09.2024 fand das erste Familienfest in Brachwitz statt.


Bekannt ist, dass um Brachwitz Bergbau auf Steinkohle umging. So datiert W.
Schmidt [4] den Steinkohlenbergbau bei Brachwitz in das Jahr 1722.
Hier wurde die Steinkohle in der oberen Teufe abgebaut, denn die Wettiner
Steinkohlenflöze streichen von Wettin her auch unter Brachwitz hin. In einer
Darstellung der Aufschlüsse des Bergbaues zu Brachwitz [20] wird eine Stelle zwischen der Kleinen und Großen Klinke näher beschrieben und die Gewiss-
heit bekundet, dass hier Steinkohle vorhanden ist und von Porphyrgestein
begrenzt wird. In diesem Bericht wird vermerkt, dass die Gesteinslagen über
und unter dem Steinkohlenflöz aus alten Grubenberichten nicht zu ersehen
sind, wohl aber wird von 3 Flözen gesprochen. Die Qualität dieser Kohlen wird von einem Obersteiger Müller höher eingestuft, als die Steinkohlen aus Giebi-
chenstein und des Görwitzer Reviers.
Es heißt weiter: „Es war im Jahre 1764, als schon der Anfang mit dem Abteufen eines kleinen Schachtes am westlichen ausgehenden des Tonschiefergebirges in der engen Schlucht am Saaletal gemacht worden und man auch beschäftigt war, eine Rösche vom Saaletal hinein zu treiben.

Auch war man steht’s in den roten Tonschiefer, aber durch ein Bohrloch nahe am Ellenbusch wurden in dem bläulich grauen Sandstein Kohlen erbohrt. Man teufte darauf einen Schacht (Andreas genannt) ab, und kam nun zur begonnenen Aufschließung dieses Flözes, noch mehr aber des ganzen vorliegenden Gebirges, und gab der Rösche eine andere Richtung und zwar nach diesem Schachte zu. Zum schwunghafteren Betrieb desselben wurde ein Luftloch, die Hoffnung genannt, vorgeschlagen, welches aber dem starken Wasser wegen nicht gänzlich abgeteuft werden konnte, als bis durch Hilfe eines vorher niedergebrachten Luftloches Nr. 2 die Rösche bis dahin durchgetrieben war.“
Mit dem Schacht „Andreas“, dem Schacht „Hoffnung“ wurde weiterhin der „Versuchsschacht“ geteuft. lm Ergebnis einer Untersuchung des benannten Geländes im Februar 2001 konnten der „Hoffnungs-“ und der „Versuchsschacht“, sowie ein Luftloch und das Stollenmundloch der Rösche lokalisiert
werden. (sind vom Wanderweg leicht erreichbar)
1855 startete ein nochmaliger erfolgloser Versuch der Wiederaufnahme des Steinkohlenbergbaues bei Brachwitz auf der Zeche „Carl Hermann“ sowie bei Lettewitz auf der Steinkohlengrube „Friedrich Wilhelm“.
Die Schächte befanden sich an einer Anhöhe nördlich der Mündung des Morler Baches, Zeugen des Bergbaues sind heute kaum noch nachweisbar.
1790 nahm man auch den Abbau der vorhandenen Braunkohlenlager auf. Die
Grube beschäftigte 1794 12 bis 20 Bergleute. Der Bergbau war sehr einfach,
man räumte den sechs Meter hoch liegenden Sand ab. Die Kohle war sehr
bröckelig und wurde mit der Keilhaue gewonnen. „Der Abbau florierte gar
bald: 1790 = 1 750 Scheffel, 1793 bereits 1 560 Wispel und 1794 = 3 000 Wispel (1Scheffel : 1 Wispel)“ [2].
In einem Schreiben der Königlich Oberberghauptmannschaft Berlin vom 26. März 1825, von Gerhard unterzeichnet [21], wird vermerkt, dass ein Herr Krause Zeichnungen über die in Brachwitz gefundenen Knollensteine

eingereicht und diese „sehr instruktiv und deutlich entworfen sind“. aber die Verrechnung der entstandenen Kosten nach Verfügung vom 18. April nicht stattfinden kann“. Ein weiterer Schriftverkehr [22] liegt über den Eisensteinabbau auf der Distriktzeche Johanna“ bei Brachwitz vor. Am 19. 7. 1852 beschwert sich der Nachbar von Herrn Kübler beim Bergamt Wettin, dass letzterer unter seinem Gartengrundstück in Brachwitz einen wilden Bergbau auf Eisenstein betreibt.
Danach suchen Kübler und ein Herr Richter an anderer Stelle unter Kontrolle
des Bergamtes nach Eisenstein weiter. Es wurden aber nur kleine Nester erschlossen. 1852 hatten beide 199 Zentner gefördert. Das Bergamt wird gebeten, den Eisengehalt ermitteln zu lassen. Für 1855 und 1856 erhielt das Bergamt in Eisleben eine Mitteilung, dass kein Eisenstein gefördert und verkauft
wurde. Nach einer Kontrolle am 28.3.1863 durch den Berggeschworenen
Hackes, wurde Kübler durch seine Haushälterin beschuldigt, in den vorhergehenden Jahren Eisenstein nach Zwickau aus der Distriktzeche „Johanna“ verkauft zu haben. Darauf musste Kübler nachträglich die angefallenen Steuern
nachzahlen. Die Betriebsfrist wurde trotzdem bis 18. 5. 1864 und letztmalig bis 26. 9. 1865 verlängert, dann ging die Zeche in Liquidation.

Quelle: Wanderrouten im Naturpark Unteres Saaletal
Originalseiten:

…in Bearbeitung…
Die Brachwitzer Kirche trägt als eine der ‚wenigen in der Region das Signet „Verlässlich geöffnete Kirche“. Wer sein Auto auf dem neugestalteten Kirchplatz parkt, um das renovierte Gotteshaus zu besichtigen, sollte sich von dessen äußerer Schlichtheit nicht beirren lassen und schon gar nicht von Schultze-Galléras Schilderung: „Wie die Kirche
ist der alte Kirchhof, der sie umgibt, wenig gepflegt, unansehnlich. Ein Paar Pflaumenbäume, ein paar zerzauste alte
Lebensbäume, ein paar versunkene Barockleichensteine – sonst Rasen, verfallene Grashügel …“. Vielmehr ist der
Besucher eingeladen, ins Innere zu treten. Vorausgesetzt, er kommt zwischen dem 1. April und dem 30. September.
In diesem Zeitraum ist die Kirche montags bis freitags von 10 bis 16 Uhr und an den Wochenenden von 10 bis 18 Uhr als ein Ort der Besinnung und Begegnung zum Besuch und zur Besichtigung geöffnet.
„Die Pfarrkirche ist sehr alt, aber weil die Documenta im Feuer mit aufgegangen, l unbekannt, welchem Heiligen sie gewidmet, und von wem sie den Nahmen fuehre, …“
schreibt]. C. von Dreyhaupt. Andernorts steht zu lesen, das Patrozinium-also die Schutzherrschaft eines Patrons,
dem die Kirche unterstellt wird – ist nicht bekannt. Vermutet wird jedoch, dass es bereits im 10. Jahrhundert eine
hölzerne Kapelle gegeben hat für den ursprünglich sorbischen Ort. Ende des 13. Jahrhunderts muss dann eine
steinerne Kirche existiert haben. Auf deren Fundamenten steht seit etwa 1500 die jetzige Kirchenanlage, die zwischen
1540 und 1550 zur protestantischen Kirche umgewandelt wird. Vom Ursprungsbau aus der Zeit um 1500 bleibt der Westquerturm mit einem beachtlichen sogenannten Stabwerkportal erhalten.

Nichts erinnert sichtbar an den Brand von 1603 oder die Zerstörung 1625 im 30-jährigen Krieg. Eine Tafel berichtet
von der Schenkung einer Taufschüssel 1649 mit Inschrift „Gott geb uns Frieden, Amen“, der umfassenden Erneuerung 1653 und weiterer durchgreifender Erneuerung 1725, der Anschaffung der Orgel 1870 sowie schließlich einer Renovierung und Umgestaltung 1931. Den Besucher empfängt eine helle, freundliche Kirche. Durch die barocken Fenster fällt das Licht auf den Altar, den Taufstein, das Gestühl und die Orgel. An der Empore davor stehen die Namen der vier Reformatoren Martin Luther, Philipp
Melanchthon, Johann Calvin und Ulrich Zwingli. Alles erscheint erst in jüngster Zeit entstanden, Zum Teil stimmt das sogar. Altar, Orgel und Empore sind
zwar wesentlich älter. Aber in den Jahren 2003 und 2004 werden grundlegende Sanierungs— und Renovierungsar-
beiten am Mauerwerk, an den Fundamenten und im Kircheninnern durchgeführt. Ein Aufruf im Juli 2003 zur
Spende für die Arbeiten verhallt nicht ungehört. Gemeindeglieder, Bewohner, Touristen legen tatkräftig mit Hand
an oder spenden. Der Erfölg ist sichtbar. Die Renovierung gipfelt 2004 in einem Handwerkerfest . . .
„Der Durchbruch der Saale durch die Brachwitzer Felsen bietet einen prächtigen Anblick und schöne Punkte dar …“
schreibt Eduard Wießner 1881 in seinem Buch „Die Stadt Halle und der Saalkreis“. Wenn man schon mal dort ist:
Brachwitz liegt unmittelbar an der Saale. Die weithin bekannten und gerühmten Brachwitzer Alpen laden zu Spaziergang, die Brachwitzer Fähre zum Überqueren der Saale ein…
Quelle: Kirchen im historischen Saalkreis
Originalseiten:

