Ortsregulativ für Kolonie Friedrichsschwerz

Ursula Paul/Hans—Dieter Paul

Ortsregulativ für die Colonie Friedrichsschwerz

Der preußische König Friedrich der Große erließ am 25. Dezember 1769 ein Reskript mit dem Inhalt. „daß auf der zum Amte Brachwitz gehörigen wüsten Feldmark ein neues Dorff von Zwantzig Colonisten. Familien angelegt werden soll“, 70Jahre nach der Gründung verordnete der damalige Landrat des preußischen Saalkreises, von Bassewitz, ein „Ortsregulativ für die Colonie
Friedrichsschwerz“.

Warum brauchte diese kleine Siedlung zwischen Brachwitz und Döblitz eine Regelung durch „das Königl. Hohe Ministerium des Innern und der Polizei“? Am 20. Februar 1840 unterzeichnete der Landrat diese Anweisung, um Ordnung in den Ort bringen zu können.

Pfarrer Zesch (von 1780 bis 1828 in Brachwitz tätig, Friedrichsschwerz bekam erst 1883 eine eigene kleine Kirche) schreibt im Februar 1800 über die Ansiedlung: „Das Dorf Friedrichschwerz hat 43 Häuser‘, in jedem Hause können zwey Familien wohnen. Heuer, da
ich dies schreibe. leben vom Greise bis zum jüngsten Kind 250 Menschen, auswärtig dienen noch viel Söhne und Töchter von der Colonie. Sie stehen unter dem Königl. Amte zu Brachwitz und gehören zur zweyten Inspektion des Saalkreises. Den ersten Ankömmlingen,
wurde ein Stückchen Land, von ungefähr 2 Morgen angewiesen, hierauf baueten sie ein Haus und Stall, eine kleine Scheune und legten einen Garten mit einer lebendigen Hecke umzogen an. Ein jeder Ankömmling erhielt vom Könige Bauholz, Ziegeln und andere Materialien mit eingerechnet. 60 Thlr. zur Unterstützung, und vom Königl. Amte zu Brachwitz wurden 20 Häusern 15 Morgen Acker gegeben. der ihnen aber nach einigen Jahren wieder abgenommen
werden mußte, weil sie diesen Acker in der damaligen Theuerung, in der die Einwohner Zugvieh dazukaufen, und dasselbe zu nähren, kein Vermögen hatten, nicht gehörig benutzen konnten. Sie ließen den Acker liegen, und zum Theil verwildern. Doch wurden diesen
20 Häusern 1,75 Morgen Acker auf dem sogenannten Jüdenkäfer und noch 2 sogenannte Grabekabeln gelassen Von den übrigen Häusern ist nur ein Garten, und eine kleine Kabel zu Küchengewächsen.

Funfzehen Jahre waren die neuen Einwohner von allen königlichen Abgaben befreihet; aber nunmehr geben sie dieselben, und gewisse kleine Zinsen dem königlichen Amte zu Brachwitz.“

Wie wurde die Anlegung des Ortes von den umliegenden alten Dörfern aufgenommen? Augenzeuge Zesch dazu: „Einige Einwohner in den benachbarten Dörfern sind unwillig, dass hier eine Colonie ist angelegt werden, weil man die zu ihr gehörigen, ohne Ausnahme, als
Felddiebe betrachtet . .. Man hat noch ärger geurteilt, und ohne Beweis die Colonisten in einen sehr übeln Rufgebracht, indem man von ihnen behauptet hat, und in der Ferne noch immer behauptet: „Durch Friedrichsschwerz darf kein Fremder, weder am Tage noch in der Nacht reisen, er wird von den Einwohnern angefallen, und rein ausgeplündertl‘ Aber welcher Fremde hat doch wol in Friedrichschwerz
eine Plünderung erfahren? Welcher Fremde hat Ursach gehabt. sich hierüber zu beschweren? Wenn es die Geschäfte erfordern, so reise man getrost durch Friedrichschwerz, die Einwohner werden ihn nicht anfallen, nicht plündern, nicht einmal den durchreisenden Menschen
mit Worten beleidigen.“

Die Einwohner von Friedrichsschwerz betrieben selbst keine Landwirtschaft, da ihnen der Acker fehlte. So blieb für die Männer hauptsächlich eine Tätigkeit in umliegenden Dörfern als Knecht. z. B. auf der Domäne Brachwitz oder bei Großbauern und (oder) im handwerklichen Bereich in der industrialisierten Stadt Halle, obwohl der Weg weit war an der Saale entlang, zu Fuß oder in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts mit dem Fahrrad. Erst später nach dem zweiten Weltkrieg konnte man mit dem Bus fahren. Die
Frauen arbeiteten ebenfalls in der Landwirtschaft der umliegenden Dörfer als Saisonkräfte bei der Ernte. Dass die Männer hauptsächlich im Handwerk beschäftigt waren, konnte man schon immer an den schmucken Häusern mit ihren gepflegten Vorgärten erkennen.

Lassen wir wieder Pfarrer Zesch aus dem 19. Jahrhundert berichten: „Aber Sind denn unsere Colonisten ganz schuldlos? entwenden sie nichts? Hierauf will ich gewissenhaft antworten: ‚Einige von den Einwohnern stehlen Getraide vom Felde, besonders Hafer= und Gersten=Garben‚ auch holen sie Kraut, Rüben und Erdtoffeln; ist der Winter hart, und können sie, wie dies oft der Fall ist, keine Stemkohlen für Geld bekommen, so stehlen sie auch Bäume.‘ Daß sie aber des Nachts an fremden Orten einbrechen sollten. ist Unwahrheit. wenigstens ist mir seit 20 jahren noch kein Beyspiel davon bekannt worden In der vor einigen jahren zu Brachwitz entstandenen Feuersbrunst, räumten die Friedrichschwerzer meine ganze Wohnung aus, ich versichere, daß ich von ihnen alles unbeschädigt und richtig wieder bekommen habe. Sie haben in mehreren Häusern Sachen gerettet. und es hat niemand nach der Rettung über sie geklagt Denn alle benachbarte Dörfer, und auch entferntere, nehmen Tagelöhner und Dienstboten aus der Colonie, und sie sind größtentheils arbeitsame und treue Leute. Ueberhaupt zeichnen sich unsere Colonisten durch ein höfliches, bescheidnes Betragen, sehr zu ihrem Vortheil gegen manche Bewohner anderer Dörfer aus. Es wohnen hier Leinweber, Schuster, Schneider, Schiffknechte, und einige von den Einwohnern setzen auf den Dörfern die leimernen Wände mit großer Geschicklichkeit, womit sie viel Geld verdienen.

Das weibliche Geschlecht geht zum Theil mit in die Ernte und zum Dreschen, zum Theil spinnen sie auch Berliner Wolle für die Fabriken, und Flachs für Fremde um einen billigen Preiß.““’

Zesch nimmt seine Pfarrkinder in Schutz: „Man hat dies Dorf auch mit dem Namen Bettelschwerz beehrt, weil so viele Kinder zum Betteln ausgehen. Wenn man aber weiß, daß die Eltern krank und
schwach sind: oder so viele Kinder haben, daß sie dieselben von ihrem verdienten Tagelohne nicht hinlänglich ernähren können, und man auch bedenken will, daß von 1,75 Morgen Land, oder bey andern von einem kleinen Garten nichts erspart, keine Armenanstalt errichtet werden, noch weniger ein Colonist den andern unterhalten kann, – dann wird man den armen Kindern das Betteln menschenfreundlich verzeihen Uebrigens hoffet man, daß es mit der hiesigen Colonie nicht schlechter. sondern von jahr zu Jahr besser werden wird: wie es denn auch jetzt schon weit ordentlicher in derselben zugehet, als var 20 Jahren. Von den allerersten Ankömmlingen sind nur noch 5 Männer und 9 Frauen. und von den Reformirten 2 Frauen übrig. Die jetzigen Bewohner kann man also die zweyte Generation nennen, von der wir erwarten, daß sie sich künftig so verhalten werde,  daß sie von den benachbarten Gemeinden könne geachtet und geliebet werden.“

Doch der fromme Wunsch des Pfarrers scheint nicht in Erfüllung gegangen zu sein. Die napoleonische Fremdherrschaft und die folgenden Hungersnöte durch Missernten, verbunden mit enormen
Preissteigerungen verschlechterten die Lebenslage auch in der Colonie Friedsrichsschwerz. Nach dem Motto „Einmal Dieb. immer Dieb“ werden auch die Friedrichsschwerzer wohl öfter für Rechtsbrüche verantwortlich gemacht, auch für solche, die man ihnen in die Schuhe schob, so dass die preußische Regierung mit dem Ortsregulativ ein-
greift. Wirtschaftliche Hilfe wäre für die Menschen besser gewesen. Die zunehmende Industrialisierung führte auch dazu, dass für in Heimarbeit hergestellte Ware die Fertigungskosten zu hoch waren und der Verdienst dadurch zu gering.

Das Ortsregulativ schränkte die Freiheiten der Bürger von Friedrichsschwerz ein. Nach der Anordnung durfte in Friedrichsschwerz niemand mehr siedeln oder wohnen, wenn er:

1. nicht einen Unbescholten- und Erwerbsfähigkeitsnachweis erbringen konnte,

2. nicht eine Zuzugserlaubnis des Landrates hatte,

3. nicht vollgültige Zeugnisse vorweisen konnte,

4. wenn er zum fahrenden Volk gehörte (z. B. Musikanten),

5. wenn er keine fünf Taler bezahlen konnte

6. wenn er zahlungsunfähige Mieter aufnahm,

7. wenn er nicht jeden Fremden, im Dorfe Übernachtenden oder Wohnenden dem Dorfschulzen meldete,

8. wenn nicht alle Erlaubnisse für den Siedler erteilt und Strafgelder von diesem bezahlt worden waren.

Die Geldstrafen, Einzugsgelder und Gebühren sollten in die Gemeindekasse fließen und für Gemeindebedürfnisse verwendet werden. Ob damit die Armut beseitigt wurde? Wohl kaum. Kurt Gorspott, der Ostern 1926 in Friedrichsschwerz eingeschult wurde, schreibt in seinen Erinnerungen: „Aus allen Ecken und Löchern glotzten uns
die Armut und das Elend an … ich möchte an meinen kleinen blauen Handwagen erinnern. Mit diesem kleinen Wagen bin ich kreuz und quer durchs Gelände gezogen und habe alles, was so einigermaßen fest und brennbar war, aufgesammelt und nach Hause gefahren, jedes Stück Holz, jeden Knorpel Kohle, den ich auf den Wegen gefunden
habe hatte ich aufgesammelt. Oftmals bekam ich vom Kaufmann, der auch Kohlebriketts verkaufte, drei oder vier Brikett geschenkt.

Wenn es Abend wurde, hat mein Papa im Küchenherd Feuer gemacht. Hei, hat das geknistert und geprasselt und es wurde in unserer kleinen Küche sehr schnell und wohlig warm. Unsere Mama hatte von ein paar Pellkartoffeln, etwas Mehl und einem Ei einen Teig gemacht und dann wurden auf der heißen Herdplatte Kartoffelplätze gebacken und wir konnten uns den Bauch endlich wieder mal so richtig vollstopfen, so daß der Magen mal nicht mehr geknurrt hatte.“

Heute ist dieser Ortsteil von Brachwitz von fleißigen, neugierigen und strebsamen Bürgerinnen und Bürgern bewohnt, die sich allerorten engagieren, niemanden mehr „bemausen“, vielen Häuslebauern Platz schaffen, die Wissenschaften ehren, an der Forschung teilnehmen — und sogar dem „Alten Fritz“ ein Denkmal errichtet haben, dem Vater preußischer Siedlungspolitik.

Auf der folgenden Seite kann man das „Ortsregulativ für die Colonie Friedrichsschwerz im Original lesen und einen kleinen Nachgeschmack preußischer „Zucht und Ordnung“ erhalten:

 

Quelle: Heimatjahrbuch Saalekreis 2008

Originalseiten: 

 

300 Jahre „Alter Fritz“

24. Januar 1712—24. Januar 2012

An diesem Tag wäre der preußische König Friedrich II., genannt der Große oder der Alte Fritz, 300 Jahre alt geworden.

Nun gibt es eine Urkunde vom 25. Dezember 1769, die einen Bezug zu einem Ort im Saalekreis herstellt: Friedrichsschwerz. Der alte Ort war niedergegangen und Friedrich befahl, einen neuen aufzubauen. Das neue Dorf war ein typisch friderizianisches — breite Straße, links und rechts ein breiter Grünstreifen. Für 20 Familien.

Stellen wir nun die Beziehung zu heute her. ln Friedrichsschwerz hatte sich eine Bürgerinitiative gebildet, die von Wilfried Böltzig geleitet wird. Durch diese Initiative wurde ein Denkmal geschaffen, das den Gründer der Kommune zeigt. Das Denkmal konnte durch die Spende der Einwohner und Spenden von ehemaligen Schwerzern, die in der Bundesrepublik und im Ausland lebten, realisiert werden.

Wilfried Böltzig, flankiert von einem preußischen Soldaten (Foto: i. Zander)

Die Kindergartengruppe ( Foto: I. Zander)

Gruppenbild am Denkmal ( Foto: I. Zander)

Das war am 3. Oktober 2004, zum 235. Jahr der Wiederkehr
der Ortsgründung.

24. Januar 2012. Ein Wintertag, kalt, mit Schnee durchsetzt. Ungefähr 30 Personen, einige Kinder der Kita, ziehen von der Feuerwehr hin zum Denkmal. Die Firma Zindler&Hoffmann war durch die Eheleute Zindler vertreten. Wilfried Böltzig eröffnet. Anschließend zeigt die Kindergartengruppe ein kleines Programm. Danach spricht die Bürgermeisterin der Stadt Wettin-Löbejün, Frau Antje Klecar. Schließlich zeigt Ortfried Lindner ein Lebensbild des Königs. Umrahmt wurde das Ganze durch Jürgen Otto, der auf seinem Saxophon spielte.

Einen Höhepunkt bildete der „königliche Soldat“, der nicht eingeladen überraschend aus Steigra kam.

Dann ging es zurück zum Feuerwehrhaus. Hier hatte die Bürgerinitiative eingeladen. Bei Kaffee, Kuchen und belegten Broten wurde noch lange über Friedrich den Großen gesprochen.

Jürgen Otto und sein Saxophon (Foto: I. Zander)

Frau Antje Klecar spricht (Foto: I. Zander)

Am Denkmal für Friedrich ll. (Foto: I. Zander)

Ortfried Lindner (Foto: I. Zander)

 

Literatur:

Hans-Dieter Paul: Friedrichsschwerz — ein Ort mit zweimaliger Gründung. In Heimat-Jahrbuch Saalkreis. Bd.2, Saalkreis 1996, S. 60ff.

Ders.: Ein Denkmal für den Ortsgründer. In Heimat-Jahrbuch Saalkreis. Bd. 11, Saalkreis 2005, S. 35 ff. .
Ursula Paul/Hans-Dieter Paul: Ortsregulativ für die Colonie Friedrichsschwerz. ln Heimat-JahrbuchSaalekreis, Bd. 14, Saalekreis 2008, 5.70 ff.

 

Quelle: Heimat Jahrbuch Saalekreis 2012

Originalseiten

 

PAGVS NELETICI ET NVDZICI oder ausführliche diplomatisch historische Beschreibung

PAGVS NELETICI ET NVDZICI oder ausführliche diplomatisch historische Beschreibung des zum ehemaligen Primat und Erz – nunmehr aber den westphälischen Friedens Schluß fecularifirten Herzogtum Magdeburg gehörigem Saal – Kreise

Johann Christoph von Dreyhaupt

1755

Das 5 Buch. Vom Amte Brachwitz

§1

Das Amt Brachwitz ist vormals ein Rittergut gewesen, so das Adelige nunmehr ausgestorbene Geschlecht derer von Zimmern (von welchem hinten in der Beylage B die Geschlechts-Tabelle No. 186 nachzusehen) einige hundert Jahr besessen hat. Massen Ao.  1467 Herrmann von Zimmern von Erzbischoff Johanne in Lehn gereicht worden, ein Sattelhof und 5 Hufen Landes und 3 Werder mit ihren Zubehörungen zu Brachwitz, und das Dorff Brachwitz mit Gerichte und Rechten über Hals und Hand und 13 Höfe daselbst im Dorffe und 12 Hufen Landes Bauer-Guths, daran er Lehnend Zinse hat, und Fischerey in dem Wasser, die zu dem Hofe gehöret. Einen Werder auf der Schore, das Dorff Löbnitz mit Gerichte und Rechten, und mit 12 Hufen Zinsguts und 2 Werdern und das Kirch

19. Brachwitz, ein Dorff, Amt und Pfarrkirche

liegt anderthalb Stunden von Halle gegen Mitternacht hinter Trote, und drittehalb Stunden von Wettin an der Saale lohnweit des wettinischen Weges linker Hand, gehört mit Ober- und Untergerichten, Lehnen und Diensten zum ehemaligen Rittergute und jetzigen königlichen Amte Brachwitz davon pag. 862 gehandelt, und hat 33 Feuerstellen, eine Schmiede und Schencke, so das Bier vom Amte nehmen muß. Die Lage desselben ist sehr anmutig, die Luft sehr rein, so daß der Ort 1682 von der Pest verschont geblieben, und die Brunnen Wasser vortrefflich und überaus gesund, der Ackerbau aber mittelmäßig, jedoch soll der schönste und beste Roggen in der ganzen Gegend, weil er dünnhülsig und Mehlreich, allhier gebauet werden. Die Gegend ist bergigt mit Felsen und Steinbrüchen, mit Kupfer- und Silber – haltigen armen Schiefern, und heissen die Feld-Marcken die Brachwitzer, Schwarz, Schobelitz und Lüttenauer Marcke, in welchen letztern vor langen Jahren Dörffer gestanden, und die Rudera noch davon zu sehen sind.

§2

Die Pfarrkirche ist sehr alt, aber weil die Documenta im Feuer mit aufgegangen, unbekannt, welchem Heiligen sie gewidmet, und davon wem sie den Rahmen führte; weßhalb auch nicht angezeigt werden kann, wer der erste Evangelische Prediger gewesen, und wer ihm bis zu Anfang des XVII Seculi im Amte gefolget sen; nachher finden sich

1) Andreas Beschelius 1613

2) Johann Schindler 1639

3) Johann Sonnenfelder von 1646 bis 1678

4) Sein Sohn gleichen Namens, ward ihm substituiert und lebte bis 1680

5) M. Johann Adam Anacker von 1681 bis 1701

6) Christoph Haue 1702 ward 1712 Pastor zu Gimritz

7) Gottlieb Lebrecht Belau, 1712, ward 1715 nach Ottersleben versetzt

8) Petrus Paulus Wittrich, Pastor Ottersleben, anhero versetzt 1715, starb in der Fasten 1730.

Ein mehrers von diesem Orte siehe unter dem Titel: Amt Brachwitz.

 

Quelle: https://books.google.de/books?id=jjdPAAAAcAAJ&printsec=frontcover&dq=PAGUS+NELETICI+ET+NUDZICI&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjpmZeSpJ3iAhXewAIHHQ0FD3kQ6AEIPjAD#v=onepage&q&f=false

Neue Mitteilungen aus dem Gebiete historisch-antiquarischer Forschung

Im Rahmen des mit der königlichen Universität Halle-Wittenberg verbundenen Thürinisch-Sächsichen Vereins für Erforschung des vaterländischen Altertums und Erhaltung seiner Denkmale

Erster Band – Erstes Heft

Halle – 1834

Seite 45

IX. Brachwitz:

376. Luckenau (bei dem Herrn von Dreyhaupt Lückenau, Lütkenau) ist dem Namen nach unbekannt; ob es auf dem Anger lag, 1/4 St. westlich von Brachwitz, welcher die Dorfstätte heißt und früher zu einer Maulbeer-Anpflanzung benutzt wurde, ist zweifelhaft.

377. Schwärz 1/2 St nördlich von Brachwitz. Im Jahre 1767 wurde hier die Colonie Friedrichschwärz angebaut.

378. Schobelitz 1/2 St. westlich von Brachwitz; ist jetzt Anger *). Außer diesen 3 genannten wüßten Marken zeigen sich dicht bei Brachwitz gegen O. viele Spuren ehemaliger Wohnplätze; man hat hier irdene Geschirre, Eisenwerk, Thierknochen, namentlich Hirschgeweihe und dergleichen gefunden, Die dabei aufgeworfene Erden enthält bereits ausgelaugte Holzasche.

*) Bei dem Dorfe Döblitz wird im Berichte eine wüßte Dorfstätte „Schobitz“ angeführt, „ein Anger nahe der Saale 2000 Schritte südlich von Döblitz“. Diese Angabe trifft genau mit der über Schobelitz zusammen, wir halten daher beide Namen für einen und denselben. Einige Mauern von Gebäuden sind bei dem angeblich im 30 jährigen Kriege zerstörten Schobitz noch sichtbar.

 

Quelle: https://books.google.de/books?id=fjwVAAAAQAAJ&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&q&f=false

Wanderungen durch den hallischen Stadt- und Saalekreis

1881 – Chronik für Heimatkunde für Schule und Haus

  1. Teil – Seite 110 bis 112

Eduard Meißner

  1. Amtsbezirk Brachwitz

Brachwitz hatte vor 100 Jahren 33 Feuerstätten, jetzt 80. 1877 waren 619, jetzt sind 600 Einwohner vorhanden. Es befindet sich hier eine Kirche, eine Schule. Die Domäne hat 24 Einwohner. Dreyhaupt sagt in seiner Chronik: Die Lage desselben ist sehr anmutig, die Luft sehr rein, so daß auch der Ort 1682 von der Pest verschont geblieben und die Brunnenwasser vortrefflich und überaus gesund, der Ackerbau aber mittelmäßig, jedoch soll der beste und schönste Roggen der ganzen Gegend hier wachsen, da er dünnhülsig und Mehlbreien ist. Die Gegend ist bergig, mit Felsen, Steinbrüchen, mit kupfer- und silberhaltigen armen Schiefern und heißen die Feldmarken, die Brachwitzer, Schwartz, Schobelitz und Lüttkenauer Feldmarke, in welchen letztern vor langen Jahren Häuser gestanden und die Rubera noch zu sehen sind.

Brachwitz liegt dicht an der Saale, in den Porphyrbergen, seine Brunnen sind meist salzhaltig, und auch vor dem Teiche setzt sich bei trockenen Wetter Salz ab. Weil viele Porphyrkuppen zu Tage treten, darum ist der Ackerbau mittelmäßig. In Jahre 1866 hat die Cholera den Ort heimgesucht. Der Durchbruch der Saale auch die Brachwitzer Felsen bietet einen prächtigen Anblick und schöne Punkte dar, besonders den Lindenberg, den Trompeter (fast Lettin gegenüber) und die Klinken. Von Kupfer- und silberhaltigen Schiefern ist nichts bekannt, dagegen ist in der Klinke ein Steinkohlelager, das jedoch nicht abgebaut wird, da es nicht mächtig genug ist. Die alte Kirche ist vor dem 30-jährigen Kriege gebaut und hat als ganz besondere Eigentümlichkeit einen Keller unter dem Altar, der früher vom Lehrer benutzt worden ist, da derselbe in der frühern Wohnung keinen besaß. Die im Dorfe liegende Domäne war vormals Rittergut; es Gehörtees gehörte mehrere Jahrhunderte den Herren von Zimmern. 1467 hat es Herrmann von Zimmern vom Erzbischof Johann als Lehn erhalten und zwar einen Sattelhof, 5 Hufen Land und 3 Werber, auch die Gerichtsbarkeit über Hals und Hand vom Dorfe, das 13 Höfe und 12 Hufen Land hatte, ist ihm gegeben. Valentin von Zimmern, der 1573 gestorben, hat das Gut geteilt und seinem Sohne zweiter Ehe, Herrmann, den Unterhof, die jetzige Schäferei, und den Oberhof, seinem Sohne Valentin gegeben. Es hieß nun der Oberhof der Valentinische und der Unterhof der Herrmannische Hof. Zum Unterhof gehörten etliche Ritterhufen, das Schellnersche Bauerngut, die Schwarzmarkt und die Hälfte der Gerechtigkeit von Brachwitz. Herrmann machte Schulden, dazu brannte beim Ausbrennen eines Kellers 1603 der Unterhof und mit ihm das ganze Dorf samt dem Oberhofe ab. Die Kirche ist erst 1617 wieder aufgebaut. Zur Entschädigung mußte Herrmann an den Oberhof 2 Hufen Land abtreten. Weil ihm das Geld zum Aufbau fehlte, darum verkaufte er den Unterhof an Heinrich von Trotha auf Krosigt. Ungefähr 1670 starb auf dem Oberhofe das Geschlecht der Herren von Zimmern aus und der Besitz fiel an August, den Administrator des Herzogtums Magdeburg, der es seinem Kanzler schenkte. 1703 kam der Unterhof als lediges Lehen an den König von Preußen und 1705 der Oberhof. Der König legte beide Höfe zusammen und machte ein Königliches Amt daraus, dem die Gerichtsbarkeit über Hals und Hand zustand, wie auch der beim Dorfe liegende Galgenberg andeutet. Zur Zeit ist das Amt eine Domäne, deren Pächter das Amt eines Amtsvorstehers verwaltet.

Als wüste Dorfstätten sind zu nennen Schoblitz, Schiepzig gegenüber, Lüttenau, das an Schoblitz und Döblitz grenzt, Schwerz auf der Höhe und Hiltendorf bei Morl. Von Schoblitz hat der Kirchhof bis zur Separation gestanden, dann ist die Dorfstätte an das Am gekommen, welches vor 3 Jahren die Grundmauern gehoben hat. Man will hier noch von einem Dame durch die Saale Wissen, an dem die Mühle gestanden haben soll. Auch von Lüttenau, Salzmünde gegenüber, sollen Überreste bis in unsere Zeit gesehen worden sein. Auf dem Acker nach Morl steht ein Stein, bei dem ein Hügel mit Urnen sich befunden hat.

Das Dorf Friedrichschwerz, das 1875 – 286 Einwohner hatte und 328 besitzt, ist nach Brachwitz eingepfarrt; es wurde 1776 von Friedrich dem Großen als Arbeiterkolonie für das Amt Brachwitz gegründet. Die Bewohner haben sehr wenig Acker, können sich auch keinen kaufen, da die Domäne Brachwitz das Dorf einschließt; zur Zeit finden sie besonders in Salzmünde Arbeit. Friedrich der Große schenkte der Gemeinde eine Agende, obschon keine Kirche da war. Das Dorf ist auf der wüsten Dorfstätte Schwerz erbaut, welche schon 1467 als Schwerzmarke erwähnt wird. Es läßt dies annehmen, daß die Hussiten diese und die angrenzenden Dörfer zerstört haben. Der Ort hat eine Schule.

 

Quelle: http://digital.bibliothek.uni-halle.de/hd/content/pageview/2318319

Auch im Saalekreis wird gefunkt

JOACHIM ZANDER

Auch im Saalekreis wird gefunkt — Die Morsetelegrafie als Weltkulturerbe

Wohl kaum eine Erfindung wirkte im Laufe der Menschheitsgeschichte so umwälzend und hat die Entwicklung der gesamten Welt derartig entscheidend beeinflusst, wie die der Signalübertragung durch elektromagnetische Wellen. Einige Nationen wetteifern eigenartiger weise um die Priorität der „Erfindung des Radios“, wie sie es nennen. Man kann heute getrost behaupten, dass diese Entdeckung um das Jahr 1900 quasi „in der Luft lag“. Immer mehr Menschen interessierten sich für die Funktechnik. Am 27. August 1897 führte Adolf Slaby erfolgreich Nachrichtenversuche mit elektromagnetischen Wellen über die Havel bei Potsdam durch. Er war Professor für theoretische Maschinenlehre und Elektrotechnik an der Technischen Hochschule Berlin-Charlottenburg. Diese Versuche waren offensichtlich die ersten Versuche dieser Art auf deutschen Boden. Slaby hatte schon früher, nach bekannt werden der grundlegenden Arbeiten von Heinrich Hertz, eigene Ausbreitungsversuche unternommen. Im Mai 1897 wohnte er auf Einladung der englischen Telegrafenbehörde, den Versuchen von Marconi am Bristol-Kanal bei. Zurückgekehrt nach Berlin setzte er seine Nachrichtenübertragungsversuche mit den neu gewonnen Erkenntnissen, unter Verwendung von Antennen und einer Erdung auf der Sende und Empfangsseite erfolgreich fort.

Slaby hatte mit seinen Untersuchungen wertvolle Pionierarbeit geleistet. Er berichtete über seine Erfolge an der Technischen Hochschule und in Vorträgen über die Bedeutung der drahtlosen Funktelegraphie, vor allem für militärische Aufgaben, aber auch für die mitSchiffen. Der Erfinder, der aus Punkten und Strichen bestehenden Funkentelegraphie, war der amerikanische Kunstmaler Samuel F. B. Morse (1791 —1872). Nach ihm ist das Telegraphiealphabet „Mersealphabet“ benannt.

Skizzenhafte Darstellung der ersten Sende und Empfangsstationen

International und weltweit wird ein etwas vereinfachtes Alphabet von dem deutschen Beamten. Friedrich Clemens Gerke (1801—1888), benutzt. Es ist durch einen deutsch-Österreichischen Vertrag als verbindlich ein-geführt wurden und hat, da es wesentlich praktischer ist als die Buchstabenkombinationen von Morse. seit dem 19. Jahrhundert die jetzige, universelle Bedeutung und Aus-weitung erfahren. Dennoch redet man im—mer noch von Morsetelegraphie und dem Morsealphabet. Im Laufe der Zeit wurde die Funktechnik immer Weiterentwickelt und verfeinert. Sie gelangte im zivilen sowie im militärischen Nachrichtendienst immer mehr an Bedeutung. So nahm am Anfang des vorigen Jahrhunderts die Moretelegraphie über Funk in der Schiffs— und Luftfahrt immer mehr zu. Man hatte die Bedeutung dieser Nachrichtenübertragung erkannt. Aber nicht nur die kommerziellen Funkdienste nutzten das Morsealphabet. Auch die immer mehr werdenden Privat- bzw. Amateurfunker nahmen das neue Medium für sich in Anspruch. Der Grundstein zum Amateurfunk in Deutschland wurde im Jahre 1920 gelegt. Es waren zwei junge Deutsche die eine Funklinie ohne Genehmigung betrieben. Zu ihnen gesellten sich im Laufe der Jahre eine ganze Reihe von Funkfreunden. Auch in anderen Ländern waren es technikbegeisterte Menschen, welche sich vermehrt mit der drahtlosen Funktechnik und dem Morsen beschäftigten. So kam es im Jahre 1925 zur Gründung der „Internationalen Amateur Radio Union (IARU). Zu diesen Zeitpunkt wurde auch die sogenannte „lnternationale Funkverkehrssprache“ in Morsetelegraphie weiter verbreitet. Darunter fallen auch die bis heute noch gebräuchlichen Amateurfunkverkehrsabkürzungen. Bei den Kürzeln handelt es sich um komplexe funkamateurspezifische Kürzel, von denen allerdings auch einige bei kommerziellen Funkdiensten genutzt werden. Aus historischen Gründen heißt die Morsetelegraphie „CW“. Die korrekte Bezeichnung ist, Träger getastete, unmodulierte Telegraphie, für nicht maschinellen Empfang. Telegraphie — CW — ist Tastfunk, also Funkverkehr im Morsecode, wobei die Codierung und Decodierung nicht maschinell, sondern unmittelbar vom Funker erfolgt. Die aktive Kenntnis des Morsecodes ist eine unabdingliche Voraussetzung. CW soll als Sprache verstanden werden, und gutes Telegraphieren muss gelernt werden. Es muss sozusagen ins Blut übergehen. Die CW-Sprache stellt eine ganz besondere Herausforderung an den Funktelegraphisten, aber sie ist die einzige Betriebsart, die weltweit Amateurfunkverkehr ohne Fremdsprachenkenntnisse, mit der Beherrschung weniger Kürzel ermöglicht. Wenn die spezifische Betriebsabwicklung erlernt ist. dann ist auch CW die reinste Freude! Natürlich ergibt sich mit steigender Erfahrung und den Knüpfen von Freundschaften das Bedürfnis, auch längere, ausführlichere Verbindungen zu tätigen, bei welchem zwangsläufig auch „offene Sprache“ durch Morsezeichen verwendet wird. Die Technik hat in allen Bereichen unseres Lebens in solch einem Maße Eingang gefunden, so dass wir ohne Sie nur schlecht zurecht kämen, Diese Entwicklung verdanken wir u.a. der seit vielen Jahren populär gewordenen Freizeitbeschäftigung des Amateurfunks. Der Amateurfunkdienst ist ein international anerkannter Funkdienst technisch experimenteller Art, der von technisch interessierten Laien, eben „Amateuren“ ausgeübt wird. Als solcher umfasst er heute in der Bundesrepublik Deutschland eine Gruppe von ca. 75 000 engagierten Menschen, die sich mit der Funktechnik befassen und sich in zunehmendem Maße neben technischen und wissenschaftlichen auch sozialen, der Völkerverständigung dienenden, sowie humanitären Aufgaben und Zielen widmen.

Morsealphabet

 

Ab 1954 waren Funkamateure des Saalkreises an den Klubstationen der Zuckerfabrik Löbejün DM4EH, der Klubstation der Relaisfunkstelle der Deutschen Post auf dem Petersberg DM4SH und der zentralen Ausbildungsstation der Gesellschaft für Sport und Technik (GST) in Oppin DM3XH. im weltweitem Funkverkehr, vorwiegend in Telegraphie tätig. An den Klubstationen erlangten technisch interessierte Personen eine umfangreiche Ausbildung in Technik und Selbstbau von Funktechnik. Nach bestandener Prüfung in Telegraphie, Technik und Betriebsdienst bekamen sie eine Funkgenehmigung, mit dem entsprechend dem Standort der Funkstation bezogenes Funkrufzeichen. Einige Empfangsbestätigungskarten. Nach der Deutschen Wiedervereinigung fielen die Funkrufzeichen aus der DDR weg. Die im Saalkreis beheimateten Funkamateure bekamen neue Funkrufzeichen von der Bundespost zugeteilt. Es gibt heute im historischen Saalkreis (nicht vollständig) die Funkrufzeichen:

 

  • DBOPET auf dem Petersberg
  • DBOSK in Schwerz
  • DL1HZA in Brachwitz
  • DL1 HUB in Hohenthurm
  • DHOVB in Sennewitz
  • DL2HRS in Dieskau
  • DL3HWD in Langenbogen.
Brachwitz

Durch die Funkamateure mit den vorgenannten Funkrufzeichen wird der Saalkreis weltweit in Telegraphie, im Sprechfunk, beim Amateurfernsehen und vielen digitalen Sendebetriebsarten bekannt gemacht. In den Tageszeitungen sind sicher schon Meldungen aufgefallen, in denen die Hilfeleistungen bei Katastrophen durch Funkamateure berichtet wurde. Da haben Funkamateure auf ungewöhnliche Weise

Medikamente beschafft oder sie haben den Transport schwerkranker aus Unglücksgebieten organisiert. Notrufe über Amateurfunkstationen waren vielfach die letzte Chance bei Verzögerung, oder Ausfall der normalen Nachrichtenwege. Die Standorte der Funkamateure erkennt man oft schon an den der Eigenart der Wellenlänge angepassten Antennenbauten. Die Amateurfunkantennen sollten auch als eine Art „Bauwerke für ein friedliches Nebeneinander“ angesehen werden.

 

Nach Aufgabe der kommerziellen Morsetelegrafie im See-, Flug- und Militärfunk, startete der deutsche Funkamateur Johannes Amchewicz DK8JB, 2008 einen Aufruf mit dem Ziel, CW durch die UNESCO als immaterielles Weltkulturerbe anerkennen zu lassen. Diese Idee fand weltweite Zustimmung. Mit dem „Arbeitskreis Weltkulturerbe Morsetelegrafie“ hat er sich um ein internationales Netzwerk zur Durchsetzung dieses Zieles bemüht. Mehr noch als andere aussterbende Minderheitssprachen hat CW die Entwicklung der Fernmeldetechnik über ein Jahrhundert lang begleitet und das weltweit. Telegraphie hat Sprachbarrieren überwunden und somit zur Völkerverständigung beigetragen. Diese Kunstsprache mit all ihren Abkürzungen wird auch heute noch von Funkamateuren am Leben erhalten, trotz vieler modernerer Übertragungsverfahren. Eine Anerkennung hätte große Öffentlichkeitswirkung. Am 12. Dezember 2012 beschloss das Bundeskabinett den Beitritt Deutschlands zum UNESCO-Übereinkommen zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes‚ am 9. Juli 2013 trat es in Kraft. Damit kann CW voraussichtlich im November 2015 von der UNESCO in die Liste aufgenommen werden.

Petersberg
Löbejün

´

Argumente für CW als Weltkulturerbe:

  1. In Gesamtheit der Morsezeichen, mit Abkürzungen und Verkehrszeichen handelt es sich um Sprache, die weltweit (bei Funkamateuren) in Gebrauch ist.
  2. CW hat eine über 175-jährige Geschichte.
  3. Der Pflicht zur Erhaltung und internationalen Orientierung wird per Amateurfunkgesetz mit der Verpflichtung zur Völkerfreundschaft nachgekommen.
  4. Weltweite Amateurfunkverbindungen in CW sind Alltagsgeschäft der Funkamateure .
  5. Amateurfunk ist privat und ideell, es gibt keine Kommerzialisierung. Der CW-Antrag verfolgt keinerlei finanziellen Interessen und solche sind auch nicht zu befürchten.

 

Der Beitrag soll aufzeigen, welch großartigen Erfindergeist unsere Urgroßväter und Großväter auf dem Gebiet der Funktechnik leisteten. In einer Zeit, in der Rundfunk, Fernsehen und auch Funktelefon aus dem täglichen Leben nicht mehr wegzudenken sind, kann man die Ereignisse vor über 100 Jahren in Deutschland gar nicht genug würdigen.

 

Joachim Zander DL1HZA

Mitglied im Ortsverband Wl9

Des Deutschen Amateur-Radio-Club e.V.

 

Quellennachweis:

CW-Handbuch für Funkamateure‚ 1.Auflage 1963. von W. F. Körner DL1CU

Geschichte des Amateurfunks. 2. Auflage von Otto A.Wnsner DJSQK

Schriften des DARC e.V.

Literatur des Ortsmuseum Brachwitz

Eigene Unterlagen von DL1HZA

 

 

Originale Seiten aus dem Heimatjahrbuch 2014

 

 

 

Der Burgwall von Brachwitz

Burgwall Brachwitz

Der Burgwall von Brachwitz

Als Grenzbefestigung gegen das Frankenreich wurde auf dem Zigeunerberg durch den slawischen Stamm  der Nudzici im 9./10. Jahrhundert ein kreisförmiger Burgwall errichtet. Nach der Eroberung durch König Heinrich I. (919-936) wurde der Burgwall zum deutschen Bergfried ausgebaut, da er sich im militärischen Schutzgebiet gegen Ungarn befand. Über die Größe kann nichts genaues berichtet werden. Reste des Burgwall wurden durch einen Steinbruch abgetragen.

Jedoch muss eine Burg, nach dem damaligen Burgenerlass von Heinrich den I., aus mindestens einem Wohnhaus, Unterkünfte, Speicher und freien Platz bestanden haben, um Kriegern als Residenz zu dienen und außerdem als Platz zum Lagern von Nahrungsmitteln zu fungieren. Ausgrabungen konnten beweisen, dass die „Burgmauer“ aus zwei Holzpalisaden bestanden, dessen Zwischenraum mit Erde befüllt war.

Brachwitz wird schönstes Dorf im Saalkreis

Brachwitz wird schönstes Dorf im Saalkreis

Am 21.09.2017 wird Brachwitz im Rahmen des Programms „Unser Dorf hat Zukunft“ zum schönsten Dorf im Saalekreis gekürt.

 

Presse

 

 

Gründung der Feuerwehr Brachwitz

Die Freiwillige Feuerwehr Brachwitz gründete sich 1922. Zu den Gründungsmitgliedern zählten u. a. Wilhelm Lüdde, Willi Lüdde, Paul Mennicke, Karl Hering, Richard Höpfner, Otto Mennicke.(17) Der erste Wehrleiter war Wilhelm Lüdde, nach ihm folgte Willi Lüdde.

 

Die gesamte Geschichte der Feuerwehr Bachwitz.

Historie